25 April 2017

Schön

"Schön ist, was man mit Liebe betrachtet"


Wow, ich hab Schluckauf. Und ich hab meinen Kaffee vergessen, der ist jetzt kalt. Und woher kommt eigentlich so plötzlich dieser blaue Fleck...?
Wie auch immer.
Heute möchte ich euch von einer wirklich tollen Erfahrung erzählen, die ich am Ende meiner Schulzeit machen durfte - Ich war Teil einer Kunstausstellung. Ich hab es auch schon erwähnt gehabt (Kein Plan, wie oft, ich erzähle allen möglichen Leuten alles Mögliche mehrmals), ich war Schülerin einer Fachoberschule im Fachbereich Gestaltung und wie schon die Bezeichnung vermuten lässt wurde dort eine Menge gemalt, gezeichnet, gestaltet, modelliert, sich kreativ ausgelebt. Wir hatten mehrere zeitaufwendige, große Projekte, das Größte war jedoch wohl unsere Abschlussausstellung im Sommer letzten Jahres. Theoretisch haben wir damit schon vor über zwei Jahren begonnen - als wir auf Studienfahrt gemeinsam ein Thema, beziehungsweise einen Titel ermittelten. Die Geschichte dazu ist ganz interessant:
In Gruppen haben wir uns um Tische versammelt, auf dem sich ein großes Blatt Papier befand. Unser Lehrer stellte Musik an und nun war unsere Aufgabe, um den Tisch herum zu laufen und auf dem Papier die Musik zu "malen" (Ist fast so bescheuert, wie es klingt. Aber nur fast). Dadurch entstand ein großes buntes Wirrwarr aus Linien und Farben, welche wir am Ende noch ausmalen durften, wie es uns beliebte. Dann bekam jeder einen Stapel Karteikarten und sollte bei den Arbeiten der anderen Gruppen jeweils drei Zettel lassen, auf die er jeweils ein Wort schrieb, was ihm zu dem Bild einfiel. Wir sollten den Bildern praktisch Titel geben. Alle Titel wurden auf ein Papier geschrieben und zurück in den Gruppen sollten wir zu den Wörtern einzeln wieder Wörter aufschreiben, die uns dazu einfielen (Langsam wirds kompliziert :D) Das heißt, am Ende hatten wir unglaublich viele willkürlich scheinende Wörter, ohne Bezug zueinander. Diese Wörter wurden dann wieder dezimiert. Jeder hatte drei Stimmen, womit wir für die Wörter stimmen konnten, die wir am besten fanden. Das ging immer so weiter, bis nur noch ein paar Themen übrig blieben. Und um diese wurde dann in der gesamten Gruppe, also der Klasse und der Parallelklasse abgestimmt und diskutiert, bis wir uns (einigermaßen) einig waren :D Wir brauchten für das Ganze einen ganzen Tag, doch zumindest hatten wir schlussendlich unser Thema für die Abschlussarbeit, Abgabe in anderthalb Jahren:
Schön
Natürlich fing mein Kopf sofort an zu arbeiten - mir war von Anfang an klar, dass ich etwas Zeichnen oder Malen würde, obwohl im Prinzip alles erlaubt war: Skulpturen, Installationen, Fotografien, einfach ALLES. Bis zu meiner letztendlichen Idee war es dann doch noch ein weiter Weg, aber in meinem Kopf sprangen schon mal die Ideen herum. 
Schön zog sich dann durch meine restliche Schulzeit - in mehreren Fächern beschäftigen wir uns damit, beispielsweise in Politik, wo wir das Thema mit einem Politischen Thema verbinden sollten, dazu eine 10-seitige Hausarbeit schreiben sollten, welche wir in einem einstündigen Vortrag vorstellen sollten und uns zusätzlich um einen Experten zu dem Thema bemühen sollten. Bei manchen hatte das politische Thema, das sie gewählt hatten, auch mit ihrer Abschlussarbeit zu tun, aber es war keine Vorschrift. Das war insofern interessant, dass man sehen konnte, wie vielseitig das Thema ist.










In 2-Dimensionales Gestalten (Ja, so hieß eines unserer Fächer..) entwarf jeder von uns ein Ausstellungsplakat zu unserer Abschlussausstellung, wir mussten zahlreiche Entwürfe einreichen und letztendlich unsere Idee am PC mit Photoshop bzw InDesign oder Illustrator umsetzen. Vorgeschrieben war nur der Text, der auf das Plakat sollte. Und dann? Wurde abgestimmt! Ein Entwurf würde tatsächlich gedruckt werden und dann überall aufgehängt! Beide Elfer Klassen und auch unsere Klasse sowie die Parallelklasse stimmte in mehreren Durchgängen ab, bis nur noch zwei Entwürfe übrig waren. Dann wurde diskutiert, Pro und Kontra abgewägt (Immerhin hatten wir im Unterricht viel über Plakatgestaltung gelernt, mein Kopf kann noch immer nicht aufhören Werbeanzeigen gestalterisch zu analysieren. Wow, diese Schule hat mich zerstört...) und ermittelt, welcher Entwurf Aushängeschild werden würde für unser aller Ausstellung. And now guess what?!?! Aus über dreißig Entwürfen, wurde meiner ausgewählt! Ich bin immer noch völlig platt. Und natürlich auch wahnsinnig stolz. Dass ist jetzt nicht unbedingt der Friedensnobelpreis, aber es ist schon was :3 Nach einiger Nachbearbeitung, kam am Ende raus, was ihr dort oben seht. Irgendwie kann ich das scheiß Bild nicht verschieben. Egal.

Jedenfalls haben wir fleißig an unseren Projekten gearbeitet und am Ende eine tolle Ausstellung auf die Beine gestellt, finde ich zumindest. Wir habe auch alles selber aufgehängt und ausgesucht, wo was hängt. Die Ausstellungseröffnung war ein richtiges Event, die Landrätin war da, wir hatten irgendeinen Sänger, der mal im Fernsehen gewesen ist (Der aber um ehrlich zu sein grauenvoll gesungen hat. Himmel... und der hat mal nen Wettbewerb gewonnen? Ernsthaft? Sorry, aber.. wow.), einige Schüler haben ihre Arbeit und die Intention dahinter vorgestellt, unter anderem auch ich (Es gab Extra-Punkte... Scheiß System), wobei ich tausend Tode gestorben bin und die Schüler sollten Essen mitbringen für ein Büffet. Da hab ich natürlich sofort "HIER!" geschrien, ich liebe Backen nun einmal über alles, und ich kann stolz behaupten, dass alles von meinem Zeug bis auf den letzten Krümel verkauft wurde :3 Beziehungsweise war das Ganze auf Spendenbasis und der Erlös ging an die Rettung des Regenwaldes. Unsere Klasse wollte eigentlich an das örtliche Tierheim spenden, aber die Vertreter des Tierheims haben sich echt blöd aufgeführt, die schienen das Geld gar nicht haben zu wollen, deshalb ging alles an das Projekt der Parallelklasse. Aber ist ja ebenfalls eine sehr gute Sache (: Es waren wirklich viele Leute da, auch viele meiner Freunde und meine Familie und dafür möchte ich mich nochmal bedanken - es war so lieb von euch, vorbei zu schauen. Das hat mir echt was bedeutet. Ich weiß, mein Wunsch euch dabei zu haben war oberflächlich, aber ich bin so froh, dass ihr das mit mir geteilt habt!
Aber nun genug gequatscht, ich hab viele tolle Bilder! (:
(Danke an Nicole, die größte Künstlerin auf diesem Planeten (Ernsthaft, ich kenne niemanden, der mehr Talent hat als du. Du hast eigentlich eine Eins verdient.), dass sie mir erlaubt hat, ihre Fotos zu verwenden)



Impressionen vom Aufbau (:



Dies ist eines meiner Lieblingsarbeiten (: Am Anfang der Ausstellung hingen die Lichterketten noch alleine und nackt von der Decke in der Dunkelheit. Am Eingang befand sich ein Kästchen mit Wäscheklammern, Zetteln und Stiften und einer Botschaft: Man wurde dazu eingeladen, den Namen seines besten Freundes oder seiner besten Freundin auf den Zettel zu schreiben und an der Lichterkette zu befestigen. Die Arbeit hieß "Freundschaft".



"Schönheitsideal" - das war bei dem Thema ja schon fast obligatorisch, oder nicht?


Diese Idee war auch ganz süß - Der Künstler entschied sich dazu Fotos zu machen. Er fragte unterschiedliche Menschen, was sie glücklich machen würde, was ihnen Spaß macht, was sie schön finden. Das könnt ihr hier geschrieben stehen sehen. Eigentlich sind das aber nur die Rückseiten von den Fotos, auf der Vorderseite sind eigentlich Gesichter zu sehen, die irgendwelche Grimassen schneiden. Die Fotos sind eigentlich ziemlich gut, deshalb finde ich es sehr schade, dass ich von diesem Ausstellungstück leider nur dieses Foto habe.



↑ "Art never comes from Happiness" ↑


Das erklärt sich von selbst, oder? Thema Schwangerschaft, Schönheit eines neuen Lebens, ...





Das ist auch eines meiner liebsten Stück aus der Ausstellung - leider wirkt es auf den Bildern nicht so beeindruckend, wie es tatsächlich war. Aber dennoch erkennt man wohl den Sinn dahinter: Kritik an der Pelzindustrie. Man kann es hier leider nicht so gut sehen, aber ganz hinten hing eine Garderobe mit einem Pelzmantel daran. Die Fellstücke, die an Nylonfäden von der Decke hängen (Was verdammt viel Arbeit war, denn erstens sind die Decken in dem Kellergewölbe sehr, sehr hoch und wir mussten ein Gitter anbringen und zweitens waren das ganz schön viele Felle, die wir einzeln auffädeln und aufhängen mussten.) sind alle echt! Vorne bei dem einen müsste auch erkennbar sein, dass es sich um das Kopffell eines Fuchses handelt, es waren aber auch Pfoten, Schwänze und andere Fellteile dabei. Sehr makaber, aber es verfehlte die Wirkung nicht. Der Laufsteg darunter mit weißem Tuch ausgekleidet ist bedeckt mit blutroten Pfützen, als wäre es von den Fellen heruntergetropft. Auch das Blut ist echt, die Künstlerin hat es von einem Metzger. Vor dem Laufsteg stand eigentlich noch ein Stuhl mit einem Tierschädel darauf, was ihr in dem Bild davor seht. Zusätzlich hatte sie das Ganze rot angestrahlt und aus einem verborgenen Recorder hörte man Tierstimmen.
Die Installation war sehr aufwendig - aber ich finde die Arbeit hat sich gelohnt!


Dazu muss ich auch ein bisschen was erzählen, was ich erst später erfahren habe (: Die Künstlerin hat die Spiegelstücke, aus denen die Buchstaben bestehen, alle von verschiedenen Personen. Der Sinn dahinter war offensichtlich, dass jeder der verwendeten Spiegel verschiedenen Menschen gehört hat und verschiedene Menschen widergespiegelt.



Alle Holzfiguren waren vom Künstler selbst aus Holzblöcken gefertigt worden und mit diesen Glaselementen ergänzt, jedes mit einem anderen Wort drauf.


Zu diesem Ausstellungsstück gehörte eine kleine Geschichte über Schutzengel (:

Von meiner lieben Freundin Tabea (:
"Am seidenen Faden" - selbsterklärend, nicht?




Die Idee fand ich auch sehr schön - auch wenn ich finde, dass die Karte in der Mitte ins Gesamtbild von dem Stil her irgendwie nicht so ganz reinpasst.
Die Künstlerin hatte in der Umgebung, nicht weit von dem Stadtkreis, in dem wir wohnen, schöne Orte aufgesucht und fotografiert, um deutlich zu machen, dass man nicht immer gleich in ferne Länder weit fliegen muss, um die Schönheit der Natur zu genießen.



Thema Zerstörung des Regenwaldes, am Ende bleibt nur noch Wüste, die Zeit wird knapp,... Auch sehr deutlich zu erkennen ;)

Deutlich zum Thema Magersucht
"Spieglein, Spieglein.."


Mein Klassenkamerad hat sich leider nicht so viel zu seinem Bild hier geäußert. Schade war natürlich, dass es so verknickt aussieht.. :/


Von der supercoolen Svenja :3
"Siehst du es?"
Also ich ja (:


Auch hier hat die Künstlerin nichts zu gesagt, zudem war es auch ein Mädchen aus der Parallelklasse, aber ich bin die Arbeiten einfach total klasse!! Ich hab stundenlang davor gestanden und sie angestarrt (:



Joa, ähm, das ist meins...
Bleistiftzeichnung auf 1,5x0,5m
Gezeichnet an zwei Tagen vor Abgabe, ohne Schlafen xD

Das Projekt mochte ich auch sehr (: Tattoos sind bei manchen Menschen mit Vorurteilen ja stark in Kritik - hier seht ihr Fotos von den Tattoos von Freunden der Künstlerin, darunter immer jeweils die Begründung, warum sie es sich haben stechen lassen, es "schön" fanden (:


Den Titel hiervon habe ich mir gut merken können:
"You got something I need"
(Das ist nämlich aus einem Song von OneRepublic ;) https://www.youtube.com/watch?v=qKCGBgOgp08 )
Dazu erzählte die Künstlerin ein bisschen aus der griechischen Mythologie zum Thema Dualseele - dass praktisch jede Seele von Beginn an ein Gegenstück besitzt und ihr Schicksal ist, dieses Gegenstück zu suchen und zu finden - Romantisch als auch etwas traurig :')


Thema Transgender - selbsterklärend


Uuuund nochmal das Schönheitsideal in der Gesellschaft in der Kritik - selbsterklärend ;)



Und hier ein Thema, das mir auch nicht unbekannt ist :D E-Book oder richtiges Buch? Manchen ist das ja egal, ich persönlich gebe auch zu, dass E-Reader sehr nützlich sind, und trotzdem werde ich mir nie einen anschaffen. Es lebe das auf Papier gedruckte Wort! (Das Feeling ist einfach anders!)
Was auf den Fotos nicht unbedingt zu erkennen ist: Die Künstlerin hatte vor der Ausstellung sehr, sehr, seeehr viele Leute um eine Definition des Wortes "Schön" gebeten - und es letztendlich geschafft, damit ein ganzes Buch zu füllen. Irgendwo da drin müsste auch ein Zitat von mir sein^^


Auch zu diesem Werk schweigte die Künstlerin - interpretiert es, wie ihr wollt :D

Zerstörung von Wissen - im Hintergund lief ein Video (Mit Ton), von Zerstörungen durch den IS. Das Ausstellungsstück fand ich auch ziemlich voll. Nicht zuletzt, weil das Sandburgenbauen Spaß gemacht hat :D



Hier eine (leider auf dem Foto unbewegte) Animation von der fantastischen Nicole! Mit Photoshop hat sie diese beeindruckende Animation von einem pumpenden Herzen erschaffen, im Takt schlossen und öffneten sich die Rosen. Wisst ihr, wie schwer so eine Animation ist?!
Der Gedanke dahinter: Wir lassen uns von vielen ästhetisch schönen Dingen beeindrucken. Was wir selten wahrnehmen: Wie unglaublich und fantastisch und schön eigentlich der Umstand ist, dass wir atmen, dass wir existieren. Ich liebe die Botschaft ihrer Arbeit ♥


Das Stück überlasse ich auch einfach mal ohne Worte eurer Interpretation.


Soooo, das müssten alle Ausstellungsstücke gewesen sein. Ich fand es unglaublich cool, wie aus diesem einen Wort als Thema eine so bunte Ausstellung geworden ist, so viele komplett unterschiedliche Werke, vielseitig und kreativ und dennoch zugehörig zu diesem einen Oberthema. Ich bin ja jetzt schon fertig mit der Schule (Meeega krass :D) Aber dieses Jahr, von den neuen Zwölfern, will ich unbedingt wieder auf die Ausstellung meiner alten Schule. Das wird sicher wieder genauso spannend (:

Nun ja, der Post ist ziemlich lang geworden, ich hab versucht mich kurz zu fassen, denn eigentlich sollen künstlerische Werke ja ohne Worte funktionieren. Ich hoffe, ich konnte euch einen Eindruck vermitteln, wie cool und aufregend diese Erfahrung für mich war und wie vielseitig und spannend Kunst ist.
Liebe Grüße an euch Süßen!
Eure Nati


29 Januar 2017

"What to do with all this love?"

            You know, it's weird.
I'm addicted. I never meant to, but I can't help it.



I'm so in love with you. Incredibly deep in love. I never thought it's possible to love like that.
But I can't breathe. I can't sleep. I can't eat. I can't think about anything else.
And it hurts
.
It hurts so damn hard.
I thought love was supposed to make you feel good. And joyful. But... this love
It's like a disease. It's killing me. 
                              And I would never abandon this, for nothing in the world. 


I'm addicted and you're killing me... slowly.

23 Oktober 2016

"Die grüne Insel"

I am not the same, having seen the moon shine on the other side of the world.
- Mary Anne Radmacher


Hey guys! Guess where I am?!






Im wunderschönen Irland! Ich gebe zu, die Bilder sind nicht unbedingt geeignet um die Schönheit des Landes zu zeigen, aber dass ich scheiße im Fotografieren bin, wissen wir ja schon. Das ist die Aussicht von dem Hügel nahe dem Haus, in dem ich gerade wohne. Für neun Monate. Also, voraussichtlich. Ganz schön lange Zeit, hm? Ich bin gerade mal eine Woche hier und es ist immer noch sehr... surreal. Diese Zeit fühlt sich einerseits sehr kurz an, weil eine Woche ist ja jetzt wirklich nicht viel. Es ist gar nichts. Ein Bruchteil von sehr, sehr vielen Wochen, die hoffentlich noch kommen werden. Ich muss noch mit der Umgebung und den Leuten vertraut werden.

Ich habe mich nämlich vor sehr langer Zeit dazu entschieden, nach meinem Abschluss für ungefähr ein Jahr ins Ausland zu gehen, die Welt zu sehen, was so idealistisch klingt, aber wie soll ich es sonst ausdrücken? :D Au-Pair war da meine erste Wahl, weil ich Kinder sehr liebe und auch einmal Kindergärtnerin werden wollte. Für mich war auch klar, dass es ein Englischsprachiges Land sein sollte, weil es erstens sehr nützlich ist und ich zweitens die Englische Sprache wirklich sehr mag. Die meisten gehen dann nach Amerika, Neuseeland oder Australien, was sehr tolle Länder sind und ich will auch unbedingt einmal in jedes davon reisen, aber die Programmgebühren für diese Länder waren sehr viel höher als für England oder Irland, also die in Europa, auch die Flüge sind billiger. Und in Irland ist noch viel von der keltischen Kultur zu spüren und so wurde es also Irland. 

Momentan bin ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit meiner Wahl. Wie oben schon erwähnt, ist Irland wirklich wunderschön! Ich wohne jetzt auf dem Land, was ich gut finde, denke ich, weil ich Zuhause auch eher auf dem Land gewohnt habe und ich mich hier so eher Zuhause fühle. Auch wenn das jetzt nicht so krass auf dem Land war wie hier :D Der Ort, in dem ich lebe, hat ungefähr fünf Häuser, die auch etwas voneinander entfernt sind, alle einen großen Hof haben und alle aussehen wie das der Sieben Zwerge aus Schneewittchen. Generell alle Häuser sehen hier mehr oder weniger so aus. Und sie haben alle so zauberhafte Namen wie "Woodside" oder "Rose Cottage". Ganz Recht! Die Häuser haben Namen! :D 


Ich weiß ja nicht, wo ihr alle herkommt, aber bei mir Zuhause ist das so, dass zwischen den Feldern Feldwege entlang führen, die jeder nach belieben entlang gehen kann und die für nicht landwirtschaftliche Autos gesperrt sind. Hier in Irland ist das anders. Fast jeder hier auf dem Land ist Farmer und jede Wiese gehört jemandem und alles ist umzäunt. Wenn du spazieren gehen möchtest oder mit dem Hund, tust du das auf den Landstraßen, wo die Autos mit 80 an dir vorbei heizen. Das finde ich etwas blöd, weil ich sehr gerne mit dem Hund meiner Gastfamilie, George, spazieren gehe und dann immer Angst um ihn habe. Zudem ist die nächste Bushaltestelle 40 Minuten zu Fuß entfernt. Die Gastmutter bietet mir zwar immer an, mich zu fahren, aber ich laufe gerne. Wirklich. Allerdings muss ich auch dazu wieder die Landstraße entlang dappeln und trage dabei eine Warnweste, um besser gesehen zu werden. Ich fühle mich dabei halt immer, als würde ich die Autofahrer total nerven, die dort lang fahren, aber mir wurde gesagt, ich hab genauso das Recht die Landstraße zu benutzen wie die Autos... Trotzdem :D


Ich bin letzten Sonntag Abend hier angekommen (Und zum allerersten Mal geflogen!!!), Montagmorgen begann dann mein erster Arbeitstag. Ich fange 07:30 Uhr an, die Kinder sind immer sehr früh auf und eigentlich braucht man keinen Wecker, weil die Kinder laut genug sind :D Ich habe drei Jungs - Robert (7 Monate), Nicholas (2 Jahre) und Tom (nächste Woche 4 Jahre alt) und die drei sind echt super niedlich. Alle blond mit blau-grauen Augen, ganz wie ihre Mum, die übrigens unglaublich nett ist, genau wie der Vater. Den Tag über spiele ich dann halt mit den Kindern und esse mit Ihnen, Vormittags ist der älteste, Tom, drei Stunden in der Vorschule und an zwei Tagen die Woche sind die zwei Jüngsten in der Krippe. Das heißt, an diesen zwei Tagen hab ich dann Mittags ein paar Stunden ohne Kinder, wo ich dann ein paar Haushaltssachen erledigen muss, aber das mache ich gern. Ich versuche dann mich zu beeilen, um noch mit George eine Runde drehen zu können, bevor ich Tom abholen muss. Der Vater ist die meiste Zeit Zuhause, er ist Farmer, aber ich denke mit der Zeit wird das etwas weniger werden. Generell komme ich mit den Kindern ganz gut klar, sie haben die Geschenke, die ich ihnen mitgebracht habe, geliebt (YIPPIE!) und sie spielen sehr gerne draußen (Zum Beispiel auf ihren Traktoren. Diese Kinder lieben Traktoren). Nur manchmal schlagen sie mich oder bewerfen mich mit etwas  und sie heulen sehr oft, wenn sie mal wieder hinfallen oder ich Nein sage und dann fühle ich mich immer, als hätte ich irgendetwas falsch gemacht und das ist dann nicht so gut für mein Selbstbewusstsein. Viele sagen mir, das wäre in dem Alter normal, aber obwohl ich schon davor mit Kindern diesen Alters zu tun hatte (Zum Beispiel bei meinem Praktikum im Kindergarten), ist das eine neue Erfahrung für mich. Ich selber kann mich auch nicht entsinnen, das als Kind gemacht zu haben. Deshalb macht mich das noch etwas fertig und auch, dass ich meine Freunde sehr vermisse, aber ich bin zuversichtlich, dass sich das in Zukunft bessern wird. 




Also, die Woche über bin ich eigentlich die ganze Zeit beschäftigt und die Kinder schlauchen mich ganz schön, deswegen unternehme ich da eigentlich nicht so viel. Jeden zweiten Mittwoch ist ein Treffen von der Agentur mit den anderen Au-Pairs in einem Pub organisiert und direkt diesen Mittwoch nach meiner Ankunft war so ein Mittwoch. Natürlich bin ich hingegangen, ich hoffe nämlich darauf, hier Freunde zu finden, um mich nicht so alleine zu fühlen. Dies fand in Cork statt, eine Stadt nicht weit von hier, zehn oder fünfzehn Minuten circa mit dem Auto, und wie gesagt in einem Pub. Cork ist übrigens die zweitgrößte Stadt in Irland. Das Treffen war sehr nett. Die Au-Pairs waren alle Deutsch, deswegen haben sich alle eigentlich nur auf Deutsch unterhalten. Ich habe auch mit ein paar ein bisschen geredet, die waren sehr nett. Aber die meiste Zeit habe ich mich mit einem deutschen Au-Pair-Mädchen und einem spanischen Au-Pair-Jungen auf Englisch unterhalten, die mich mit hin und auch wieder zurück genommen haben. Der Abend war sehr lustig und vor allem - ich konnte feststellen, dass in fast jedem Pub jeden Abend Live-Musik von lokalen Bands gespielt wird. Super cool! Ich liebe Musik, vor allem Live-Musik und die irische Musik, die sie hauptsächlich gespielt haben, aber nicht nur, hat mir auch gefallen. Ich will auf jeden Fall noch einmal Abends zu so einem Konzert gehen!



Freitag bis Sonntag hab ich dann frei und ich habe gleich dieses Wochenende ein bisschen genutzt. Am Freitag wollte ich nach Kinsale fahren, bin aber im falschen Bus gelandet. Also bin ich kurzerhand nach Cork gefahren, weil es mir nach einer Stunde warten zu blöd war, noch länger zu warten und auch noch eine andere Haltestelle suchen zu müssen. Cork ist schön, die meisten Gebäude sind alte Steinbauten und alles sieht ziemlich urig aus, und ich liebe sowas. Dort habe ich ein paar Besorgungen gemacht und mich ein bisschen mit der Umgebung vertraut gemacht. Gestern war ich den ganzen Tag Zuhause und hab mich ein wenig ausgeruht. Und heute habe ich endlich meinen ursprünglichen Plan umgesetzt und bin endlich nach Kinsale gefahren. Das ist ein recht bekanntes Touristenstädtchen nahe der Küste und die Straßen sehen genau so aus, wie man sich ein  altes Fischerdorf vorstellt oder, wenn man in die Stadtmitte kommt, genau so aussehen wie die Winkelgasse bei Harry Potter. Total toll! Ich hab dort ein kleines Café gefunden, wo man Kaffee trinken kann und Kuchen essen und Sandwiches und LESEN. Die Wände sind gesäumt von Bücherregalen, die man alle Lesen kann und auch kaufen, wenn man möchte. 3,50€ das Stück. Klar, sie sind gebraucht, aber trotzdem! Also, der Kuchen war sehr gut und der Cappuccino auch. (Auch wenn sich in meinen ersten eine Spinne verirrt hatte. Ihgitt.) und ich hab gleich ein Buch gekauft :D Das lustige war nur, als ich zur Tür rein kam und zur Theke ging, war dort ein Typ, dem ich gesagt habe, dass ich noch überlege. Später beim Bestellen fragte er mich in perfektem Deutsch: "Du kommst aus Deutschland, oder?" Ich hab den erstmal perplex angestarrt. Anscheinend habe ich einen Deutschen Akzent, ansonsten weiß ich nicht, wie er mich erkannt hat. Und anscheinend habe ich es geschafft, auf Anhieb das Café in Kinsale zu finden, wo ein deutscher Kerl arbeitet. Ich meine, das ist doch schon ein komischer Zufall, oder...?


Naja, jedenfalls war das meine erste Woche. Ich muss mich immer noch einleben und ich hoffe, ich finde hier Freunde, aber in erster Linie bin ich nach all den neuen Eindrücken erst einmal müde.
Also - Gute Nacht ihr Lieben!
Morgen wartet ein anstrengender Tag auf mich. Auf geht's in Runde zwei. 

12 Juli 2016

TotallyTalentless

"Eleanor was right. She never looked nice. She looked like art, and art wasn't supposed to look nice; it was supposed to make you feel something." 
-Rainbow Rowell (Eleanor & Park)

Wart ihr schon einmal beeindruckt von euch selber? Ich persönlich überrasche mich selber jeden Tag mit meiner eigenen Dummheit - das hat was Erfrischendes :D Und ich arbeite auch daran, das zu akzeptieren. Immerhin ist der Intelligenzquotient ja angeboren - die perfekte Ausrede! Manche meinen, Lesen hilft. Mir scheint es jedoch leider nicht zu helfen :D Trotz meiner beschränkten Gehirnkapazität habe ich es jedoch trotzdem geschafft, die Schule hinter mich zu bringen - krass, oder? Ich jedenfalls bin heilfroh. Seit letzten Freitag hab ich mein Abschlusszeugnis in der Tasche und man hat mich offiziell auf die "echte" Welt losgelassen. Ich kenne ein paar, die ihr Abi gemacht haben und die Schule schon vermissen. Ähm, ja. Okay. Kann ich nicht nachvollziehen :D Das ist jetzt nämlich erstmal ein Problem weniger. Klar kommen wieder einige dazu. Aber ganz ehrlich, wenn man die Hälfte seines Lebens damit verbracht hat, sich um ein und dieselbe Sache zu sorgen, ist es doch schon verdammt erleichternd, dass nach zwölf Jahren hinter sich lassen zu können. Den Leistungsdruck werde ich jedenfalls nicht vermissen, die schlaflosen Nächte auch nicht. Vorerst :D

Heute geht es dennoch noch einmal um Schule - viele meiner künstlerischen Arbeiten in den letzten zwei Jahren hatten nämlich ihren Ursprung in einer schulischen Aufgabe und vermutlich wird das auch nicht der letzte Beitrag sein, der von so etwas handelt, aber heute möchte ich mich auf ein paar Skizzen aus dem Zeichenunterricht beschränken. Wir hatten ein eigenes Fach - nur fürs Zeichnen! Natürlich war das mein Lieblingsfach :D 



 Wir haben Aktzeichnen geübt, Portrait-Zeichnen, wo wir mit Detail-Zeichnungen angefangen haben, Layout-Zeichnen und noch eine Menge mehr. Was unserer Lehrerin wichtig war, dass wir "einen schnelleren Strich" bekommen, so hat sie es zumindest genannt. Viele von uns waren und sind beim Zeichnen sehr vorsichtig, ich auch, ich benutze lieber harte Bleistifte als weiche, weil die dünnere und blassere Linien machen und für dunkle, starke Striche braucht man einen gewissen Mut, an dem ich noch immer arbeite. 
 Sie hat uns gezwungen, in wenigen Minuten Skizzen anzufertigen, mit Kohle, Fineliner, Filzstiften. Und das hat verdammt Spaß gemacht! Und vor allem auch geholfen, mir zumindest. Meine Lehrerin war großartig, von ihr konnten wir die ganzen zwei Jahre am meisten lernen, dabei war sie nicht einmal eine richtige Lehrerin, sondern eigentlich Mediengestalterin, Produktdesignerin, Künstlerin, der Job an unserer Schule war mehr so nebenher, sie hat viel in Werbeagenturen gearbeitet und konnte uns viel beibringen. Dafür bin ich ihr auch sehr dankbar (:


  
  

Die Qualität der Bilder ist leider nicht so gut - aber besser als mit der Handykamera! 
Ich werde außerdem in Zukunft wesentlich öfter mit Kohle arbeiten, beziehungsweise mit Pastellkreide. Ich habe letztens eine Kreidearbeit angefertigt für den Entwurf eines Ausstellungsplakates - der Abschlussausstellung meiner Schule. Da könnt ihr euch auch nochmal auf geniale Fotos gefasst machen! 


Man muss neue Dinge ausprobieren, sich Sachen trauen und immer üben, üben, üben!
Wenn mir Leute sagen, sie finden ich hätte Talent, möchte ich ihnen immer gerne widerprechen. Ich habe viel Spaß am Zeichnen und ich bin stolz, dass ich mich in den letzten Jahren sichtlich weiterentwickelt habe. Aber ich arbeite immer noch hart an mir und meinem Stil und ich möchte an Ausdrucksstärke gewinnen und Mut, mehr Farbe und Kontraste in meine Bilder zu bringen^^

Ich wünsche allen fleißigen Bienchen da draußen eine zauberhafte Woche,
ohne euch würde gar nichts laufen!

Eure Natalie ♥