23 Oktober 2016

"Die grüne Insel"

I am not the same, having seen the moon shine on the other side of the world.
- Mary Anne Radmacher


Hey guys! Guess where I am?!






Im wunderschönen Irland! Ich gebe zu, die Bilder sind nicht unbedingt geeignet um die Schönheit des Landes zu zeigen, aber dass ich scheiße im Fotografieren bin, wissen wir ja schon. Das ist die Aussicht von dem Hügel nahe dem Haus, in dem ich gerade wohne. Für neun Monate. Also, voraussichtlich. Ganz schön lange Zeit, hm? Ich bin gerade mal eine Woche hier und es ist immer noch sehr... surreal. Diese Zeit fühlt sich einerseits sehr kurz an, weil eine Woche ist ja jetzt wirklich nicht viel. Es ist gar nichts. Ein Bruchteil von sehr, sehr vielen Wochen, die hoffentlich noch kommen werden. Ich muss noch mit der Umgebung und den Leuten vertraut werden.

Ich habe mich nämlich vor sehr langer Zeit dazu entschieden, nach meinem Abschluss für ungefähr ein Jahr ins Ausland zu gehen, die Welt zu sehen, was so idealistisch klingt, aber wie soll ich es sonst ausdrücken? :D Au-Pair war da meine erste Wahl, weil ich Kinder sehr liebe und auch einmal Kindergärtnerin werden wollte. Für mich war auch klar, dass es ein Englischsprachiges Land sein sollte, weil es erstens sehr nützlich ist und ich zweitens die Englische Sprache wirklich sehr mag. Die meisten gehen dann nach Amerika, Neuseeland oder Australien, was sehr tolle Länder sind und ich will auch unbedingt einmal in jedes davon reisen, aber die Programmgebühren für diese Länder waren sehr viel höher als für England oder Irland, also die in Europa, auch die Flüge sind billiger. Und in Irland ist noch viel von der keltischen Kultur zu spüren und so wurde es also Irland. 

Momentan bin ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit meiner Wahl. Wie oben schon erwähnt, ist Irland wirklich wunderschön! Ich wohne jetzt auf dem Land, was ich gut finde, denke ich, weil ich Zuhause auch eher auf dem Land gewohnt habe und ich mich hier so eher Zuhause fühle. Auch wenn das jetzt nicht so krass auf dem Land war wie hier :D Der Ort, in dem ich lebe, hat ungefähr fünf Häuser, die auch etwas voneinander entfernt sind, alle einen großen Hof haben und alle aussehen wie das der Sieben Zwerge aus Schneewittchen. Generell alle Häuser sehen hier mehr oder weniger so aus. Und sie haben alle so zauberhafte Namen wie "Woodside" oder "Rose Cottage". Ganz Recht! Die Häuser haben Namen! :D 


Ich weiß ja nicht, wo ihr alle herkommt, aber bei mir Zuhause ist das so, dass zwischen den Feldern Feldwege entlang führen, die jeder nach belieben entlang gehen kann und die für nicht landwirtschaftliche Autos gesperrt sind. Hier in Irland ist das anders. Fast jeder hier auf dem Land ist Farmer und jede Wiese gehört jemandem und alles ist umzäunt. Wenn du spazieren gehen möchtest oder mit dem Hund, tust du das auf den Landstraßen, wo die Autos mit 80 an dir vorbei heizen. Das finde ich etwas blöd, weil ich sehr gerne mit dem Hund meiner Gastfamilie, George, spazieren gehe und dann immer Angst um ihn habe. Zudem ist die nächste Bushaltestelle 40 Minuten zu Fuß entfernt. Die Gastmutter bietet mir zwar immer an, mich zu fahren, aber ich laufe gerne. Wirklich. Allerdings muss ich auch dazu wieder die Landstraße entlang dappeln und trage dabei eine Warnweste, um besser gesehen zu werden. Ich fühle mich dabei halt immer, als würde ich die Autofahrer total nerven, die dort lang fahren, aber mir wurde gesagt, ich hab genauso das Recht die Landstraße zu benutzen wie die Autos... Trotzdem :D


Ich bin letzten Sonntag Abend hier angekommen (Und zum allerersten Mal geflogen!!!), Montagmorgen begann dann mein erster Arbeitstag. Ich fange 07:30 Uhr an, die Kinder sind immer sehr früh auf und eigentlich braucht man keinen Wecker, weil die Kinder laut genug sind :D Ich habe drei Jungs - Robert (7 Monate), Nicholas (2 Jahre) und Tom (nächste Woche 4 Jahre alt) und die drei sind echt super niedlich. Alle blond mit blau-grauen Augen, ganz wie ihre Mum, die übrigens unglaublich nett ist, genau wie der Vater. Den Tag über spiele ich dann halt mit den Kindern und esse mit Ihnen, Vormittags ist der älteste, Tom, drei Stunden in der Vorschule und an zwei Tagen die Woche sind die zwei Jüngsten in der Krippe. Das heißt, an diesen zwei Tagen hab ich dann Mittags ein paar Stunden ohne Kinder, wo ich dann ein paar Haushaltssachen erledigen muss, aber das mache ich gern. Ich versuche dann mich zu beeilen, um noch mit George eine Runde drehen zu können, bevor ich Tom abholen muss. Der Vater ist die meiste Zeit Zuhause, er ist Farmer, aber ich denke mit der Zeit wird das etwas weniger werden. Generell komme ich mit den Kindern ganz gut klar, sie haben die Geschenke, die ich ihnen mitgebracht habe, geliebt (YIPPIE!) und sie spielen sehr gerne draußen (Zum Beispiel auf ihren Traktoren. Diese Kinder lieben Traktoren). Nur manchmal schlagen sie mich oder bewerfen mich mit etwas  und sie heulen sehr oft, wenn sie mal wieder hinfallen oder ich Nein sage und dann fühle ich mich immer, als hätte ich irgendetwas falsch gemacht und das ist dann nicht so gut für mein Selbstbewusstsein. Viele sagen mir, das wäre in dem Alter normal, aber obwohl ich schon davor mit Kindern diesen Alters zu tun hatte (Zum Beispiel bei meinem Praktikum im Kindergarten), ist das eine neue Erfahrung für mich. Ich selber kann mich auch nicht entsinnen, das als Kind gemacht zu haben. Deshalb macht mich das noch etwas fertig und auch, dass ich meine Freunde sehr vermisse, aber ich bin zuversichtlich, dass sich das in Zukunft bessern wird. 




Also, die Woche über bin ich eigentlich die ganze Zeit beschäftigt und die Kinder schlauchen mich ganz schön, deswegen unternehme ich da eigentlich nicht so viel. Jeden zweiten Mittwoch ist ein Treffen von der Agentur mit den anderen Au-Pairs in einem Pub organisiert und direkt diesen Mittwoch nach meiner Ankunft war so ein Mittwoch. Natürlich bin ich hingegangen, ich hoffe nämlich darauf, hier Freunde zu finden, um mich nicht so alleine zu fühlen. Dies fand in Cork statt, eine Stadt nicht weit von hier, zehn oder fünfzehn Minuten circa mit dem Auto, und wie gesagt in einem Pub. Cork ist übrigens die zweitgrößte Stadt in Irland. Das Treffen war sehr nett. Die Au-Pairs waren alle Deutsch, deswegen haben sich alle eigentlich nur auf Deutsch unterhalten. Ich habe auch mit ein paar ein bisschen geredet, die waren sehr nett. Aber die meiste Zeit habe ich mich mit einem deutschen Au-Pair-Mädchen und einem spanischen Au-Pair-Jungen auf Englisch unterhalten, die mich mit hin und auch wieder zurück genommen haben. Der Abend war sehr lustig und vor allem - ich konnte feststellen, dass in fast jedem Pub jeden Abend Live-Musik von lokalen Bands gespielt wird. Super cool! Ich liebe Musik, vor allem Live-Musik und die irische Musik, die sie hauptsächlich gespielt haben, aber nicht nur, hat mir auch gefallen. Ich will auf jeden Fall noch einmal Abends zu so einem Konzert gehen!



Freitag bis Sonntag hab ich dann frei und ich habe gleich dieses Wochenende ein bisschen genutzt. Am Freitag wollte ich nach Kinsale fahren, bin aber im falschen Bus gelandet. Also bin ich kurzerhand nach Cork gefahren, weil es mir nach einer Stunde warten zu blöd war, noch länger zu warten und auch noch eine andere Haltestelle suchen zu müssen. Cork ist schön, die meisten Gebäude sind alte Steinbauten und alles sieht ziemlich urig aus, und ich liebe sowas. Dort habe ich ein paar Besorgungen gemacht und mich ein bisschen mit der Umgebung vertraut gemacht. Gestern war ich den ganzen Tag Zuhause und hab mich ein wenig ausgeruht. Und heute habe ich endlich meinen ursprünglichen Plan umgesetzt und bin endlich nach Kinsale gefahren. Das ist ein recht bekanntes Touristenstädtchen nahe der Küste und die Straßen sehen genau so aus, wie man sich ein  altes Fischerdorf vorstellt oder, wenn man in die Stadtmitte kommt, genau so aussehen wie die Winkelgasse bei Harry Potter. Total toll! Ich hab dort ein kleines Café gefunden, wo man Kaffee trinken kann und Kuchen essen und Sandwiches und LESEN. Die Wände sind gesäumt von Bücherregalen, die man alle Lesen kann und auch kaufen, wenn man möchte. 3,50€ das Stück. Klar, sie sind gebraucht, aber trotzdem! Also, der Kuchen war sehr gut und der Cappuccino auch. (Auch wenn sich in meinen ersten eine Spinne verirrt hatte. Ihgitt.) und ich hab gleich ein Buch gekauft :D Das lustige war nur, als ich zur Tür rein kam und zur Theke ging, war dort ein Typ, dem ich gesagt habe, dass ich noch überlege. Später beim Bestellen fragte er mich in perfektem Deutsch: "Du kommst aus Deutschland, oder?" Ich hab den erstmal perplex angestarrt. Anscheinend habe ich einen Deutschen Akzent, ansonsten weiß ich nicht, wie er mich erkannt hat. Und anscheinend habe ich es geschafft, auf Anhieb das Café in Kinsale zu finden, wo ein deutscher Kerl arbeitet. Ich meine, das ist doch schon ein komischer Zufall, oder...?


Naja, jedenfalls war das meine erste Woche. Ich muss mich immer noch einleben und ich hoffe, ich finde hier Freunde, aber in erster Linie bin ich nach all den neuen Eindrücken erst einmal müde.
Also - Gute Nacht ihr Lieben!
Morgen wartet ein anstrengender Tag auf mich. Auf geht's in Runde zwei. 

Kommentare:

  1. Hey Natalie,

    Ich war vor drei Jahren in einem kleinen irischen Dorf als Au-Pair und vieles, was du beschrieben hast, erinnert mich sehr daran. Sogar das Baby hieß gleich! :D
    Viel Spaß in Irland!

    LG,
    Theresia

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    1. Das ist ja lustig :D hattest du auch drei Kinder?
      Danke (:

      Liebste Grüße!

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  2. Hallo liebe Natalie,

    wie cool! *o* Das klingt nach einer tollen Erfahrung und ich habe mit großem Interesse diesen Post gelesen. ^^
    Irland ist ja sowieso für die Schönheit bekannt und du bestätigst das nochmal, von daher ist das vermutlich eine tolle Möglichkeit.
    Ich selbst möchte nach dem Abi auch ins Ausland, allerdings vermutlich nicht als Au-Pair - da fehlt mir einfach die Geduld für. ^^

    Ganz liebe Grüße ♥

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    1. Die erste Woche war zugegeben ziemlich ernüchternd erstmal :D Aber die Kinder gewöhnen sich an mich, und es tut unglaublich gut, das zu merken. Ich versuche nicht ZU optimistisch zu sein, aus Angst, dass genau der Optimismus Auslöser für ne Katastrophe sein könnte - eigentlich traurig xD
      Naja, ich bin auch nicht unbedingt bekannt für meine Geduld :D Aber es gibt so viele Möglichkeiten, da findest du sicher etwas, was dir zusagt. Momentan ist dein letztes Jahr, oder? Schau dir am besten schon mal die Bewerbungsfristen an. Bei Au-Pair gibt es sowas zum Glück nicht, ich hab mich nämlich total spät beworben, die Bewerbung war unglaublich viel Arbeit. Man braucht auch Referenzen, dass man schon mal Kinder betreut hat und das war dann Vorbereitung Jahre im voraus :D Aber andere Programme fangen meistens im Herbst an und man muss auf die Fristen achten. Meine Schwester zum Beispiel ist gerade für ein Jahr in Kenia und arbeitet dort in einem Kinderheim mit zugehöriger Schule. Wenn dich das interessiert, sie hat auch einen Blog darüber :D Es gefällt ihr echt gut da, nur die Internetverbindung ist meistens echt scheiße und wir können nicht so oft reden :(
      Ich wünsche dir so viel Glück und so viel Spaß, bei allem was du tust :3

      Alles Liebe und Danke (:

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    2. Hm, traurigerweise kenne ich diese Denkensart ... vielleicht sollten wir trotzdem öfter optimistisch sein. ^^

      Ja, ich habe mich bereits über entsprechende Programme informiert ... mal sehen, ob das was wird. ;)

      Ich wünsch dir noch weiterhin viel Spaß und ganz viele tolle neue Erfahrungen! ♥

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    3. Aber das kann doch nicht von ungefähr kommen :D

      Danke :3 Viel Erfolg!

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Huhu lieber Blogbesucher und potenzieller Kommentarschreiber (:
Ich bitte dich - sei schonungslos ehrlich!
Ich freue mich über Feedback aller Art, also nur her damit ;)

Ich wünsche dir noch einen zauberhaften Tag, eine traumhafte Woche und mögen alle deine Wünsch in Erfüllung gehen!
Natalie ♥